Das Abfohlen ist der Höhepunkt einer elfmonatigen Wartezeit. Obwohl die meisten Stuten ohne Hilfe gebären, bleibt die Schnelligkeit des Eingreifens der Schlüsselfaktor für das Überleben des Fohlens und die Gesundheit der Mutter.
Die Trächtigkeitsdauer: Vergessen Sie den Kalender
Die durchschnittliche Dauer beträgt 340 Tage, aber die individuelle Variation ist enorm. Eine Geburt am 320. Tag kann ein lebensfähiges Fohlen hervorbringen, ebenso wie eine Wartezeit von weit über elf Monaten nicht selten ist. In La Giguellerie liegt unser Rekord bei einer Trächtigkeit von 402 Tagen: Das Fohlen wurde völlig normal geboren, nur etwas "haariger" als der Durchschnitt. Man sollte sich also nicht allein auf Daten verlassen: Es ist die Reife des Fötus, die das Signal gibt, nicht das theoretische Datum.
Den Tag X vorhersagen: "Tips & Tricks" des Züchters
Um die Stute zu Hause zu überwachen, ist die visuelle Beobachtung die Basis: Veränderung des Appetits, Nervosität, eine sich entspannende und rötende Vulva oder das Auftreten von "Harztropfen" am Euter. Um jedoch nicht unnötig Nächte in der Box zu verbringen, ist das biologische Monitoring des Vorkolostrums das zuverlässigste Instrument.
Effektive Eigenmethoden
Sie benötigen kein Labor. Klassische Indikatorstreifen (wie Pool- oder Aquariumtests) funktionieren sehr gut, vorausgesetzt, man wählt die richtigen:
- Für den pH-Wert: Verwenden Sie Streifen mit einem "engen Bereich" (z. B. von 5.5 bis 8.0) für mehr Präzision.
- Für Kalzium: Verwenden Sie "Wasserhärte-Tests" (TH). Rechnen Sie dann einfach die Grade in ppm oder mg/dL um, um den Anstieg des Kalziums zu verfolgen.
Das zu folgende Protokoll
- Testen Sie den pH-Wert jeden Abend: Solange er über 7.0 liegt, können Sie schlafen.
- Achten Sie auf den Abfall: Sobald er unter 6.4 sinkt, rückt das Abfohlen näher (oft innerhalb von 24-48 Stunden).
- Überprüfen Sie das Kalzium: Wenn Ihr Härtetest einen deutlichen Anstieg (über 300-400 ppm) in Kombination mit einem niedrigen pH-Wert anzeigt, steht das Abfohlen für die Nacht an.
Technischer Hinweis: Ca++ kann auch bei fötalem Stress ansteigen. Tierärzte verwenden manchmal das Natrium/Kalium-Verhältnis (Na/K), um im Zweifelsfall die Unmittelbarkeit zu bestätigen, aber diese Messung erfordert ein spezielles Ionen-Analysegerät, was mit einfachen Streifen zu Hause nicht möglich ist.
Der Willkommens-Check
In La Giguellerie beginnt die Überwachung vor den ersten Wehen. Bei Ankunft der Stute führen wir eine erste Ultraschalluntersuchung durch. Die Idee ist nicht eine übermäßige Medikalisierung, sondern sachlich zu objektivieren, was im Inneren passiert, um besser vorbereitet zu sein.
Diese Untersuchung ermöglicht uns zu prüfen:
- Die Vitalität des Fötus: Wir messen Herzfrequenz und Bewegungen, um sicherzustellen, dass das Fohlen in Topform ist.
- Die Lage: Wir stellen sicher, dass das Fohlen bereits gut für den späteren Durchgang orientiert ist.
- Den Zustand der Plazenta: Insbesondere die Bewertung der kombinierten Dicke von Gebärmutter und Plazenta (CTUP), einer möglichen Plazentalösung und des Risikos einer "Red-Bag"-Geburt...
Dieser Willkommens-Check ist essenziell: Er ermöglicht es uns, stressfrei die Stuten zu identifizieren, die zum gegebenen Zeitpunkt besondere Aufmerksamkeit benötigen.
Risiken und Realität vor Ort
Überwachung ist kein Misstrauen gegenüber der Natur, sondern eine Absicherung gegen unvorhersehbare Unfälle. Die Unterstützung ermöglicht das sofortige Management von:
- Mechanischen Komplikationen: Eine Dystokie (Fehllage) kann die Geburt blockieren. Ohne Hilfe besteht das reale Risiko von inneren Blutungen, Gebärmuttervorfall oder Rissen.
- Notfällen beim Neugeborenen: Ein Fohlen kann mit einem Blasenriss oder Rippenfrakturen geboren werden. Es kann auch ein Fehlanpassungssyndrom (Dummy Foal) aufweisen.
- Der Nachgeburt: Wenn die Plazenta nicht innerhalb von drei Stunden ausgestoßen wird (Retention), riskieren die Stute eine schwere Infektion oder Hufrehe.
Technologie im Dienste der Geburt
Ein Fohlen zu Hause zur Welt kommen zu lassen, ist eine wunderbare Erfahrung, aber auch eine erschöpfende physische Herausforderung. In La Giguellerie sichern wir diesen Moment durch Warnsysteme mit Sender-Magneten ab.
Das Prinzip ist einfach und zuverlässig: Ein kleines Gerät wird mit zwei sehr leichten Stichen an der Vulva der Stute befestigt. Sobald die Geburt beginnt und sich die Vulva weitet, löst sich der Magnet, was sofort einen prioritären Telefonanruf auf unsere Handys auslöst. Dieses System ermöglicht es uns, innerhalb weniger Minuten nach Beginn der Austreibung bei der Stute zu sein.
Wenn Sie uns Ihre Stute anvertrauen, gönnen Sie sich Gelassenheit. Sie vermeiden die Müdigkeit schlafloser Nächte und den Stress des Unvorhersehbaren, um sich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren: Ihr Fohlen zu entdecken, sobald die Geburt sicher verlaufen ist.